Der FC Bayern München ist es gewohnt die Tabelle von Beginn der Saison bis zum Ende anzuführen. Doch in der gerade abgelaufenen Fussball-Saison 2010/2011 kam vieles ganz anders als es sich die Verantwortlichen des FC Bayern München vorgestellt haben. Für den kuriosen Verlauf der Saison gab es viele Gründe, wie die anstrengende Weltmeisterschaft in Südafrika und die erste Saisonhälfte ohne Bayerns Top Scorer Arjen Robben.
Vielleicht war die Mannschaft aber einfach auch satt durch die großen Erfolge aus der vorherigen Saison. Dieser nachteilige Effekt tritt oft bei Spitzenteams nach einer außergewöhnlichen Saison ein. Hier ist der Trainer gefragt und muss mit Enthusiasmus und Motivationsgenie die Spieler wieder hungrig nach Erfolg machen, so dass sie wieder ihr volles Leistungsvermögen abrufen.
Aber eine "schwächere" Fussball-Saison hat auch ihre Vorteile, denn sie zeigt die Schwächen auf und ermöglicht einen punktuellen Umbruch und schafft die Notwendigkeit von Neuverpflichtungen bzw. das Aussortieren von Spielern, die ihren Leistungszenit schon überschritten haben.
Nach einer unglaublich erfolgreichen Bundesligasaison 2009/10 veränderten die Bayern Funktionäre den Kader nur minimal. So kam etwa Toni Kroos, der an Bayer Leverkusen ausgeliehen war, wieder zurück und die Perspektivspieler Thomas Kraft und Diego Armando Contento wurden in den Profi-Kader des FC Bayern Münchens aufgenommen. Zu den Stars des FC Bayern Frank Ribery, Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger stieg der Nachwuchsstar der Fussball-Weltmeisterschaft Thomas Müller auf. In den FC Bayern München Fanshops waren die Trikots der Stars wahrscheinlich wieder die Bestseller.
Rückblickend kann man es als Fehler deuten, dass im Mittelfeld kein talentierter Perspektivspieler für den Notfall verpflichtet wurde. Da schon in der Frühphase der Bundesliga-Hinrunde 2010 feststand, dass Arjen Robben wegen einer Verletzung, die er sich während der Fussballweltmeisterschaft zugezogen hatte, im Jahr 2010 für den FC Bayern München nicht mehr würde auflaufen können.
Teuerster Transfer: Fehlanzeige. Die Bayern waren diesmal sparsam.
Transferpolitik: Der FC Bayern München hat eine gesunde Transferpolitik. Dies bedeutet, dass sie nicht mehr Geld ausgeben, als sie einnehmen können. Der Vorteil ist, dass sich der Verein auf diese Weise nicht verschuldet und es gewohnt ist schwarze Zahlen zu schreiben.
Der Start in die neue Bundesligasaison missglückte den Bayern gründlich. Dies schien aber keinen der Verantwortlichen weiter zu verunsichern. Daher wurden auch keine Last-Minute Transfers für die Saison getätigt. Was der FC Bayern zu Beginn der Hinrunde an Punkten liegen ließen sammelte die Konkurrenz aus Dortmund gnadenlos ein, so dass es schon nach wenigen Spieltagen der neuen Bundesliga-Saison zu einem deutlichen Vorsprung der Dortmunder kam. Es sollte sich am Ende der Saison herausstellen, dass der FC Bayern diesen Rückstand nicht mehr aufholen konnte.
Aber es gab auch ein anderes Gesicht der Bayern, nämlich das in der Champions-League. In der Champions-League Saison 2010/2011 spielten die Bayern eine enorm starke und souverän Gruppenphase. Und dies obwohl sie in eine relativ starke Gruppe gelost worden waren. Am Ende der Gruppenphase gelang es den Bayern den ersten Platz zu erreichen und somit mit einer guten Ausgangssituation in die Playoff-Phase zu gehen.
Obwohl die erste Hälfte der Saison 2010/2011 insgesamt holprig verlief, war es dennoch keine schlechte Hinrunde. In der Bundesliga waren natürlich die Konkurrenten Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen weit enteilt, aber in den Pokalwettbewerben sah die Ausgangslage noch hervorragend aus. Wie der weitere Verlauf der zweiten Saisonhälfte aber zeigte, konnten die Spieler und der Trainer des FC Bayern München die gute Position nicht nutzen und blieben hinter den großen Erwartungen zurück. Im DFB-Pokal musste der FC Bayern sich den Schalkern geschlagen geben und in der Champions-League konnte man trotz eines Auswärtssiegs bei Inter Mailand nicht in die nächste Runde einziehen.
Diese Rückschläge sorgten für Spannungen bei den Verantwortlichen des FC Bayern. So platze dem Präsidenten von Bayern München Uli Hoeneß der Kragen, da er mit der Beratungsresistenz des damaligen Bayern Trainers Louis van Gaal ein gehöriges Problem hatte. Und so kam es auch wenig überraschend, dass van Gaal die Bundesliga-Saison 2010/2011 nicht mehr als Cheftrainer bei den Bayern abschließen konnte. Für letzten Bundesligaspiele übernahm der Assistenztrainer Andries Jonker die Verantwortung und konnte auf ganzer Linie überzeugen. Das Minimalziel für die Saison 2010/2011 wurde erreicht und die Bayern-Fans bekamen attraktiven Abgriffsfussball mit vielen Toren zu sehen.