Seit 1920 finden die Heimspiele des 1. FC Kaiserslautern auf dem "Betze", wie die Fans der Roten Teufel das Fritz-Walter-Stadion nennen, statt. In dieser Zeit wurden große Spiele ausgetragen und historische Erfolge errungen. Die Atmosphäre auf dem Betzenberg ist legendär und ermöglichte die Entstehung des Mythos Betzenberg. In der langen Geschichte des FC Kaiserslautern Stadions spielten einige Top-Spieler auf dem heiligen Rasen und konnten die besondere Atmosphäre hautnah erleben.
Nachdem der 1. FC Kaiserslautern Ende des Ersten Weltkriegs ohne Spielstätte dasteht, wird nach einer neuen Heimat der Roten Teufel gesucht. Im Jahr 1919 findet man auf dem Betzenberg eine passende Fläche und beginnt mit den Bauarbeiten.
Nur einige Monate später wird der Sportplatz Betzenberg eröffnet. Der 1. FC Kaiserslautern verliert das Eröffnungsspiel mit 0:2 gegen den FC Pfalz Ludwigshafen. Wenige Jahre später wird im Stadion des 1. FC Kaiserslautern der Sandplatz durch einen Rasenplatz ersetzt.
In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wird der Betze weiter ausgebaut und besitzt nun eine Tribüne und zwei Stehränge. Durch die Umbaumaßnahmen können 18.000 Zuschauer die Spiele des 1. FC Kaiserslautern im Stadion live verfolgen. Etwa 11.000 Fans verfolgen das am 25. September ausgetragene Eröffnungsspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den FK Pirmasens. Während des Zweiten Weltkriegs finden ab 1942 keine Spiele mehr auf dem Betzenberg statt. Weitere, sehr detaillierte, Informationen über den Betzenberg, das Stadion des 1. FC Kaiserslautern, könnt ihr auf der Webseite: http://www.betzenberg.de finden.
Im Jahr 1937 steigt der 1. FC Kaiserslautern in die Gauliga auf. In der anschließenden Saison kam Fritz Walter zu seinen ersten Freundschaftsspiel-Einsätzen in dem FC Kaiserslautern Stadion. Ein Jahr später, in der Fussballsaison 1938/39, debütierte Fritz Walter gegen den SV Niederauerbach und konnte sogleich 4 Tore erzielen. Fritz Walter wird in der Folgezeit ein wichtiges Symbol für den Verein und begründet mit seinen damaligen Mitspielern den Mythos Betzenberg.
Eines der größten Fussballspiele aller Zeiten fand am 20. Oktober 1973 auf dem Betzenberg statt. Das Schlagerspiel 1. FC Kaiserslautern gegen FC Bayern München war restlos ausverkauft. Die Fans der Roten Teufel freuten sich schon seit Wochen auf diese Begegnung, war doch der FC Bayern die weltbeste Mannschaft der damaligen Zeit. Unter normalen Umständen hätten die Bayern das Spiel im Stadion des 1. FC Kaiserslautern gewinnen müssen, aber der Mythos Betzenberg sorgte für eine der größten Überraschungen in der Geschichte der Fussball-Bundesliga.
Zu Beginn verlief das Spiel wie erwartet, die Bayern gingen früh, durch einen Doppelschlag von Bernd Gersdorff, mit zwei Toren in Führung. In der 36. Minute konnte Gerd Müller sogar das dritte Tor für die Bayern erzielen. Kurz vor der Pause erzielte Josef Pirrung den Anschlusstreffer. Zur Halbzeit stand es 1:3. Die Fans im Stadion des 1. FC Kaiserslautern hofften auf einen schnellen Treffer nach der Pause. Und so kam es dann auch: in der 57. Minute fiel das nächste Tor, nur leider auf der falschen Seite. Erneut war es Gerd Müller, der die Bayern mit 1:4 in Führung brachte. Im Stadion war es jetzt still, das Spiel schien entschieden.
Und sofort nach dem Müller-Tor ging ein Ruck durch die Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern. Schon im direkten Gegenzug konnte Klaus Toppmöller den erneuten Anschlusstreffer erzielen. Die Stimmung auf dem Betzenberg erholte sich. Mit einem Doppelschlag von Josef Pirrung, der seine Treffer zwei und drei erzielte, glichen die Roten Teufel in der 73. Minute aus. Jetzt drohte das Stadion des 1. FC Kaiserslautern überzukochen. Die Bayern verloren die Nerven und Bernd Gersdorff flog vom Betze. Danach war es einfach nur pure Euphorie. Ernst Diehl und zweimal Herbert Laumen brachten den 1. FC Kaiserslautern mit 7:4 in Führung und stellten einen historischen Sieg auf dem Betzenberg sicher.