Das Berliner Olympiastadion ist, seit der ersten Bundesligasaison 1963/64, die Heimspielstätte von Hertha BSC Berlin. Vorher trug Hertha BSC Berlin seine Heimspiele in dem Stadion am Gesundbrunnen ("Plumpe"), dem Sportplatz an der "Einsamen Pappel" ("Exer") und der Kuhrmann-Sportanlage aus. In der Zeit als Amateurverein musste Hertha BSC Berlin in die kleineren Sportstätten Poststadion und Hanne Sobek Sportanlage umziehen.
Nach dem Wiederaufstieg in den Profifussball wechselte Hertha BSC Berlin erneut das Stadion und spielt seitdem im Berliner Olympiastadion. Einen kurzen Auftritt hatte auch der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark als Stadion von Hertha BSC Berlin. In der Spielzeit 1992/93 spielte die Hertha ihre ersten Heimspiele in diesem Stadion, sowie später einige UI-Cup- und UEFA-Pokal Qualifikations-Spiele.
Das erste Stadion von Hertha BSC Berlin war Teil eines riesigen Exerzierplatzes und lag auf dem Gelände des heutigen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks. Nach kurzer Spielzeit wechselte Hertha BSC Berlin sein Stadion und trug von 1904 an die Heimspiele im Stadion am Gesundbrunnen aus. Nach einigen Jahren in dem Stadion am Gesundbrunnen wechselte die Hertha im Jahr 1907 für zwei Jahre die Spielstätte, kehrte aber schon 1909 von der Kuhrmann-Sportanlage zur "Plumpe" zurück. Von 1909 bis 1963 sollte die "Plumpe" das Stadion von Hertha BSC Berlin bleiben.
Von 1923 bis 1924 wurde das erste große Stadion von Hertha BSC Berlin erbaut. Die "Plumpe", wie das Stadion am Gesundbrunnen auch genannt wird, war lange Zeit die Heimspielstätte der Hertha und lag im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen. Es existiert heute nicht mehr, da es aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten von Hertha BSC Berlin nicht mehr erhalten werden konnte und im Jahr 1974 abgerissen wurde.
Das Stadion am Gesundbrunnen wurde schrittweise ausgebaut und verfügte zum Eröffnungsspiel von Hertha BSC Berlin gegen den VFB Pankow am 9. Februar 1924 über 35.239 Zuschauerplätze. Damit besaß das Hertha BSC Berlin Stadion ein, für die damalige Zeit, mittleres Fassungsvermögen. Mit dem Umzug in das Stadion am Glücksbrunnen begann für Hertha BSC Berlin eine unglaublich erfolgreiche Zeit.
In den 1920er und 1930er Jahren konnten die Berliner im Stadion von Hertha BSC Berlin die stärkste Hertha Mannschaft in der Vereinsgeschichte bestaunen. Die Spieler um Hanne Sobek erreichten von 1926 an sechs Endspiele um die Deutsche Meisterschaft in Folge und konnten in den Jahren 1930 und 1931 die Deutsche Meisterschaft an die Plumpe holen. Seit dem letzten Gewinn der Deutschen Meisterschaft konnte Hertha BSC Berlin nur noch einmal Vize-Meister werden, im Jahr 1975 als die Berliner schon längst in das größere Olympiastadion umgezogen waren.
Als die erste deutsche Profiliga gegründet wurde, stellte der Fussballverband hohe Anforderungen an die Stadien der Gründungsmannschaften. Leider konnte das alte Hertha BSC Berlin Stadion, die "Plumpe", die Anforderungen nicht mehr erfüllen und so zog die Hertha in der ersten Bundesligasaison 1963/64 in das größere Berliner Olympiastadion um.
Das Berliner Olympiastadion wurde schon 1934 bis 1936 von den Nationalsozialisten erbaut. Es sollte eines der größten Stadien der Welt werden und verfügte über eine Kapazität von 100.000 Zuschauerplätzen. Das größte deutsche Stadion sollte aber das Deutsche Stadion in Nürnberg werden mit einem Fassungsvermögen das 400.000 Zuschauern Platz bot, es wurde aber nie fertiggestellt.
Im Jahr 1974 wurde das Berliner Olympiastadion, wegen der Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland, erneut verändert. Einige Sitzplätze des Hertha BSC Berlin Stadions wurden überdacht und Modernisierungsarbeiten vorgenommen. Die Stadion-Kapazität für die WM 1974 betrug 85.000 Zuschauerplätze, wovon 61.800 Sitzplätze waren. Neben dem Eröffnungsspiel der WM 1974 BRD gegen Chile, fanden im Berliner Olympiastadion noch zwei weitere Finalrundenspiele statt. Am 07.07.1974 war es dann soweit, Deutschland wurde im Berliner Olympiastadion vor 75.200 Zuschauern Fussball-Weltmeister. Das war neben den jährlich ausgetragenen DFB-Pokalfinalspielen der größte Titel, der je im Hertha BSC Berlin Stadion vergeben wurde.
Da das Hertha BSC Berlin Stadion den Ansprüchen im modernen Vereinsfussball nicht mehr gerecht wurde, fanden in den Jahren 2000 bis 2004 größere Umbaumaßnahmen statt. Hintergrund war die Austragung der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land. Hertha BSC Berlin profitierte davon erheblich, da sich die Kosten des Umbaus auf exorbitante 242 Millionen Euro belaufen und das Land Berlin einen Teil der Kosten übernahm.
Die Zuschauerkapazität des neuen Stadion von Hertha BSC Berlin beträgt 74.064 Sitzplätze (erweiterbar auf 74.244 Plätze), davon befinden sich 36.456 Sitzplätze im Oberring und 37.608 Sitzplätze im Unterring des Olympiastadions. Für die Presse sind 290 Plätze vorgesehen. In dem Unterring sind 560 Logensitze und 563 Ehrenplätze vorhanden, die Ehrentribüne kann um 200 zusätzliche Plätze erweitert werden. Für Geschäftsleute sind 4.226 Business-Seats verfügbar und für Menschen mit Behinderung werden 174 Rollstuhlfahrerplätze angeboten. Das Spielfeld des Berliner Olympiastadions hat die Ausmaße 105 x 68 Meter, somit ergibt sich eine Spielfläche von 7.149 m².
Das Hertha BSC Berlin Stadion ist eines der modernsten Stadien der Welt und bekam von der UEFA den Fünf-Sterne-Stadion Status verliehen. Besonders beeindruckend ist die Technik im Berliner Olympiastadion. Die 155 Doppel-Strahler mit jeweils 2000 W bei mindestens 1.500 Lux sorgen bei Flutlichtspielen für perfekte Lichtverhältnisse. Die Stadionüberdachung ist mit 610 Leuchten versehen und wird als "Ring of Fire" bezeichnet. Die Videoanzeigetafel im Berliner Olympiastadion hat eine Bildfläche von 137,5 m² bei einer Leistung von 150.580 Watt. Insgesamt sorgen 180 Lautsprecher mit einem Schallpegel von 112 dB für den richtigen Klang. Weitere Infos über das Berliner Olympiastadion gibt es unter der offiziellen Webseite des Stadions: http://www.olympiastadion-berlin.de.
Bei dieser ganzen beeindruckenden Technik wird klar, warum die Eröffnungsfeier des Berliner Olympiastadions kein Fussballspiel war, sondern eine große Konzertveranstaltung. Das Stadion von Hertha BSC Berlin ist mehr als nur ein Fussballstadion. Es ist ein wunderschönes, riesiges Mehrzweckstadion, in dem nebenbei auch noch der beste Fussball Berlins gespielt wird.