Der Fussballverein aus dem ruhigen Breisgau spielt seit dem historischen ersten Bundesliga-Aufstieg im Jahr 1992 regelmäßig in der höchsten deutschen Spielklasse. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Sport-Clubs ist der SC Freiburg "gezwungen" immer wieder junge talentierte Spieler auszubilden, um mit den finanziell besser situierten Fussballvereinen der Bundesliga mithalten zu können.
Daraus ergibt sich das Problem, dass die Top-Spieler des SC Freiburg für finanzstärkere Bundesligaclubs interessant und oft auch von diesen abgeworben werden. Dabei wird bei diesen Spieler-Transfers des SC Freiburg natürlich auch eine Menge Geld in die knappe Vereinskasse gespült. Und dem Sport-Club aus dem Breisgau bleibt keine andere Wahl als diese wichtigen Abgänge mit konzentrierter Jugendarbeit und früher Talentsichtung zu kompensieren.
Das Problem, das sich daraus ergibt, ist, dass bei großem Erfolg in der Jugendarbeit, und das muss das Ziel der Vereinsführung sein, der Verein die Früchte seiner Arbeit (die Top-Spieler) wieder an die großen Bundesligavereine günstig abgeben muss. Aber der SC Freiburg stellt sich dieser Herausforderung mit Bravour und erreicht mit geringen finanziellen Mitteln hervorragende sportliche Ergebnisse.
In der Bundesligasaison 1994/95 konnte der SC Freiburg den dritten Tabellenplatz erreichen und spielte sich in die Herzen aller Fussballfans. Naja vielleicht mit Ausnahme mancher Bayern-Fans, die das 5:1 des SC Freiburg gegen den FC Bayern München im Dreisamstadion nicht verkraften konnten. Diese guten Resultate waren kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit und mannschaftlicher Geschlossenheit. Zu den auffälligsten Freiburger Spielern zählten Jens Todt, Rodolfo Esteban Cardoso und Jörg Heinrich.
Mit ihren starken Leistungen bei dem Sport-Club Freiburg weckten sie Begehrlichkeiten bei den Großen der Bundesliga. Nach Abschluss der Saison 1994/95 begann der Transferrummel um die Freiburger Talente. Der überragende SC Freiburg Spieler der Saison war Rodolfo Cardoso, der erst in der Spielzeit 1993/94 zum Sport-Club gestoßen war. Nach zwei starken Jahren verließ der Spielmacher den SC Freiburg in Richtung Werder Bremen. Mit einer Ablösesumme von 3 Millionen Euro war dies der bis dahin größte SC Freiburg Transfer in der Geschichte des Vereins.
Der andere schmerzhafte Weggang war der Transfer des Supertalents Jörg Heinrich von Freiburg zu Borussia Dortmund für die stolze Summe von 1,2 Millionen Euro. Jörg Heinrich spielte nur eine Saison für den Sport-Club, das Talent kam ablösefrei von Kickers Emden aus der Regionalliga Nord. Dieser Transfer des SC Freiburg war für die spätere Entwicklung von Jörg Heinrich sehr positiv, wenn es dem Sport-Club auch gut getan hätte etwas länger mit ihm zusammenzuarbeiten.
Der erste große Transfer des SC Freiburgs unter Robin Dutt war die Verpflichtung des Senegalesen Papiss Demba Cissé. Der 1985 geborene Stürmer wechselte aus der zweiten französischen Liga in das Breisgau für die Ablöse von 1,5 Millionen Euro. In seiner zweiten Bundesligasaison machte sich jeder investierte Euro bezahlt und er avancierte zum Torschützenkönig der Fussball-Bundesliga, bevor er von Mario Gomez letztendlich aber noch überholt wurde. In diesen zwei Spielzeiten stieg sein Marktwert um das zehnfache auf 13,5 Millionen Euro (Quelle: http://www.transfermarkt.de). Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis ein großer Verein bei den Freiburgern anklopft und den größten SC Freiburg Transfer der Vereinsgeschichte verwirklicht.
Für die Bundesligasaison 2011/12 wurde noch einmal tief in die Vereinskasse gegriffen und der Mittelstürmer Garra Dembélé aus der ersten bulgarischen Liga zu dem Sport-Club gelotst, ein weiterer Spieler-Transfer des SC Freiburg der sich für den Verein bezahlt machen könnte. Das notwendige Kapital für diesen Transfer erhielt der SC Freiburg aus dem Verkauf des talentierten Verteidigers Ömer Toprak an Bayer 04 Leverkusen.